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Martina Renner

Dank für die Leistungen der Partisanen im Kampf gegen den Faschismus

Ohne den mutigen Kampf der Partisanen und Partisaninnen wäre die Befreiung vom Faschismus nicht möglich gewesen. An ihre Leistungen im Kampf gegen den Faschismus erinnerte Martina Renner in ihrer Rede zum Jahrestag des Aufstandes der Partisanen im Juli 1941 im damaligen Jugoslawien.

Liebe Genossinnen und Genossen, Liebe Freundinnen und Freunde,

ich freue mich, heute ein paar Worte sprechen zu dürfen und fühle mich als deutsche Antifaschistin in besonderem Maße geehrt. Als Nachkommin der Täter stehe ich in Demut und Ehrfurcht vor dem historischen Verdienst der militärischen Niederschlagung des Faschismus und seiner brutalen Besatzung. Hier und an vielen anderen Orten Europas wäre die Befreiung vom Faschismus ohne den mutigen Kampf der Partisanen und Partisaninnen nicht möglich gewesen. Dieser Kampf forderte unzählige schwere Opfer und ich weiß, dass die Erinnerung an diese Opfer in vielen Familien bis heute traumatisch präsent ist, weil sie den Verlust von Familienmitgliedern umfasst.

Die Partisanen befreiten Jugoslawien weitgehend ohne sowjetische Hilfe, allerdings mit großen Verlusten. Die militärischen Erfolge sorgten auch dafür, dass der Antifaschistische Rat der Nationalen Befreiung als Dachorganisation der Partisanen von den Westalliierten als rechtmäßige Vertretung des besetzten Jugoslawien anerkannt wurde. Durch diese Anerkennung wurde einerseits der Kriegsverlauf entscheidend beeinflusst – Die antifaschistischen Verbände wurden nun auch materiell und durch Waffenlieferungen unterstützt, was die weitere Befreiung Jugoslawiens vorantrieb.

Doch auch für die Nachkriegsordnung der kommenden Jahrzehnte hatten die Stärke der Partisanen und die damit verbundene Anerkennung der Westalliierten entscheidende Auswirkungen. So erwies sich die vom Antifaschistischen Rat bereits 1943 entworfene föderale Struktur, die für die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Teilrepubliken vorsah, als durchaus dazu in der Lage, die verschiedenen nationalen Interessen in einem sozialistischen Gemeinwesen miteinander zu vermitteln. Es ist darüber hinaus auch das Verdienst der Partisanen und ihres herausragenden Anteils an der Befreiung Jugoslawiens, dass Tito nach Kriegsende 1948 gestärkt durch diese historische Erfahrung den Bruch mit Stalin wagen konnte.

Den Partisaninnen und Partisanen gebührt also nicht nur Dank und Erinnerung für Ihre Leistungen im Kampf gegen den Faschismus. Sie haben auch maßgeblich die Grundlage zu einem sozialistischen Experiment gelegt, das in seinen Erfolgen und in seinem Scheitern bis heute ein wichtiger Erfahrungsschatz linker Politik ist. Diese Politik und dieses Erinnern möchte ich in internationaler Solidarität gemeinsam voranbringen.

Vielen Dank.