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Quelle: www.juedische-allgemeine.de/21.12.2017/Dokumentation

Der Tod der Blanka Z.

Der Mord an einer Schoa-Überlebenden wird nach 25 Jahren verhandelt. Angeklagt ist ein schwedischer Rechtsextremist

»Ich hoffe, dass ich trotz des fehlenden Alibis nicht geopfert werde«, sagt Ausonius und verlangt einen Lügendetektortest. Sein Verteidiger beantragte vergeblich, das Verfahren wegen Mangels an Beweisen einzustellen. Das Gericht wird den Prozess voraussichtlich bis Mitte Januar führen.

Hier deutet sich Ausonius’ Prozessstrategie an: Er will sich als Opfer eines politischen Schauprozesses darstellen. Er sei unschuldig, es lägen keine Beweise vor, ein Prozess so viele Jahre nach dem Mord verstoße gegen das Recht auf einen zeitnahen Prozess und damit gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Der Angeklagte vermutet, es habe »politischen Druck aus dem Bundestag« gegeben, schließlich hatte die Linkspartei eine Anfrage gestellt.

»Absurd«, sagt Martina Renner zu Ausonius’ Auslassungen. Die Bundestagsabgeordnete der Linken war es, die 2014 die Bundesregierung nach möglichen Verbindungen zwischen Ausonius und deutschen Neonazis sowie möglichen Inspirationsquellen für den NSU befragt hatte. Dies geschah, nachdem staatliche Stellen eingestehen mussten, rechte Tatmotive oft ausgeschlossen zu haben. Von dem Frankfurter Prozess erhofft sich Renner nun neue Erkenntnisse zu Ausonius’ Kontakten in Deutschland.

Was Ausonius vor Gericht erzählt, hält Renner für eine »Entschuldigungs- und Verteidigungsstrategie«. Hierbei blicke seine »Täter-Opfer-Umkehr« durch. Gerade der Versuch, seine Taten und seine Biografie zu entpolitisieren, sei »das Typische, das wir von Nazis historisch und ganz aktuell« kennen. Ausonius könne als »eine Art Bewegungstäter« verstanden werden, der »im gefühlten Auftrag vieler« handele und gesellschaftliche Stimmungen in offene Gewalt umsetze.

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Martina Renner ist stellvertretende Parteivorsitzende und Mitglied des Bundestages, im Innenausschuss und stellvertretend im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Sie ist im Kuratorium der Bundeszentrale für Politische Bildung vertreten sowie Sprecherin für antifaschistische Politik der Linksfraktion im Bundestag und Obfrau im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf dem Breitscheidplatz. Für die Bundestagswahl kandidiert sie im Wahlkreis 190 (Unstrut-Hainich-Kreis, Wartburgekreis/Eisenach)

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