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Quelle: Bild am Sonntag/29.10.2017/Dokumentation

Deutsche Ex-Soldaten arbeiten als Sicherheitskräfte im Irak

Martina Renner (50, Linke), Mitglied des Bundestag-Innenausschusses, zu BamS: „Der Einsatz von ehemaligen Bundeswehrsoldaten als bewaffnete Sicherheitskräfte im Irak, zumal wenn diese durch Hoheitszeichen suggerieren, in staatlichem Auftrag zu handeln, ist politisch sehr kritisch zu sehen. Genau wie der Einsatz der Bundeswehr in Krisen- und Kriegsregionen. Bei Militär und Sicherheitsfirmen ist der Grad zwischen Objekt- und Personenschutz zur Unterstützung von bewaffneten Kombattanten, Verstrickung in Waffenhandel und Söldnerei schnell überschritten.“

Hinzu kommt die zweifelhafte Firmengeschichte: 2009 wurde bekannt, das sich das Unternehmen für einen Auftrag des selbst ernannten Herrschers von Somalia, Galadid Abdinur Ahmad Darman, beworben hatte. Der Clanchef erhob im Bürgerkrieg Anspruch auf das Präsidentenamt. Für die militärischen Dienste sollten an Asgaard vier Millionen Euro fließen. Doch dann trat die Staatsanwaltschaft auf den Plan, ermittelte wegen Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz, auch gegen Gassmann. Erst vor wenigen Tagen wurde er vom Amtsgericht Münster freigesprochen. Zwar hätte Asgaard tatsächlich vorgehabt, eine Militärtruppe nach Somalia zu schicken, die Vorbereitungen dafür waren aber nicht weit genug gediehen.

Gassmann klagt, dass die deutschen Behörden bis heute einen großen Bogen um das Unternehmen machen würden, den Beamten in Bagdad sogar der Umgang mit seinen Männern verboten sei. Eine mögliche Erklärung: Der politische Hintergrund der Firmenchefs. Laut Facebook-Profil gefallen Gassmann zahlreiche Politiker der AfD und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders („Die islamische Ideologie ist womöglich noch gefährlicher als der Nationalsozialismus“). Asgaard-Chef Petja Stoy, auch er ein Ex-Soldat, trat bei Kommunalwahlen selbst für die AfD an. Das Asgaard-Firmenlogo: ein Wikingerschiff, darum Worte wie Treue und Ehre in Runenschrift. „Wer sich Firmengeschichte, Logo, Werbung und den Auftritt im sozialen Netzwerk von Asgaard ansieht, merkt schnell: Hier wird mit germanisch-völkischer Ästhetik gezielt auf eine patriotische Wutbürgerklientel gesetzt“, meint die Abgeordnete Martina Renner.

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Martina Renner ist stellvertretende Parteivorsitzende und Mitglied des Bundestages, im Innenausschuss und stellvertretend im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Sie ist im Kuratorium der Bundeszentrale für Politische Bildung im Beirat des Bündnis für Demokratie und Toleranz vertreten sowie Sprecherin für antifaschistische Politik der Linksfraktion im Bundestag und Obfrau im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf dem Breitscheidplatz.

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