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Martina Renner

"Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, wie wir durchsetzen"

Martina Renners Grußwort zur antifaschistischen Demonstration „Ein Einzelfall kommt selten allein“ am 15.05. in Offenbach.

"Liebe Engagierte, liebe Genoss*innen,

Ich freue mich, dass es zum Prozessbeginn gegen Franco Albrecht eine Demonstration gibt und dass dieser Prozess unter der Aufmerksamkeit antifaschistischer Initiativen stattfinden wird.

Diese Aufmerksamkeit und der Druck, den solche Initiativen zusammen mit LINKEN Fraktionen und kritischen Journalist*innen entwickeln, sind der Motor der Aufklärung.

Gäbe es diesen Druck nicht, wir würden kaum etwas über Franco Albrecht wissen, die Widersprüche und Leerstellen seiner hanebüchenen Geschichte wären nicht bekannt und der Fall würde vermutlich wie so viele andere als die Geschichte eines etwas verwirrten Einzeltäters zu den Akten gelegt werden.

Dieser Umgang hat in Deutschland Tradition und diese Tradition ist bis heute viel zu wirkmächtig.

Schon der Anschlag auf das Münchener Oktoberfest 1980 wurde frühzeitig und entgegen vieler Indizien als isolierte Tat eines einzelnen Täters festgeschrieben. Dass die 2015 neu aufgenommenen Ermittlungen nun anerkennen, dass dieser Anschlag politisch motiviert war, hat an dieser falschen Festlegung nichts geändert.

Das Oktoberfestattentat ist noch aus einem weiteren Grund aufschlussreich für den Fall Franco Albrecht: Auch dieser Anschlag war als Attentat unter falscher Flagge gedacht. Es sollte die gesellschaftliche Stimmung nach rechts verschieben. Ganz ähnliche Gedanken machte sich knapp vierzig Jahre später auch der rechte Soldat Franco Albrecht.

Der Journalist Ulrich Chaussy, der seit Jahrzehnten hartnäckig zu den Hintergründen des Oktoberfestattentates arbeitet bemerkte zum 40. Jahrestag des Attentats, dass die Bedingungen für politische Aufklärung heute dank gut organisierter Initiativen zur antifaschistischen Prozessbeobachtung wie NSU Watch und dank antifaschistischer Archive wie dem apabiz in Berlin und dem AIDA in München besser seien. Diesem Lob schließe ich mich an und möchte es um die Bedeutung antifaschistischer Politik innerhalb und außerhalb der Parlamente ergänzen.

Bertolt Brecht schreib: Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, wie wir durchsetzen. Ich halte diesen Satz insbesondere für die Begleitung von Prozessen wie dem gegen Franco Albrecht für wichtig.

Vielen Dank, dass Ihr heute auf der Straße seid!"


Martina Renner ist stellvertretende Parteivorsitzende und Mitglied des Bundestages, im Innenausschuss und stellvertretend im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Sie ist im Kuratorium der Bundeszentrale für Politische Bildung im Beirat des Bündnis für Demokratie und Toleranz vertreten sowie Sprecherin für antifaschistische Politik der Linksfraktion im Bundestag und Obfrau im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf dem Breitscheidplatz.

Konsequente Ächtung von Rassismus! #Hanau

der rechte rand

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