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Martna Renner

Diese Geschichte ist nicht abgeschlossen

Dass es dennoch eine Kundgebung gibt, finde ich wichtig und ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr leichter zusammenkommen können.

„Auch die Toten sind vor dem Feind nicht sicher“ hat der deutsch-jüdische Philosoph Walter Benjamin ziemlich genau vor 80 Jahren, 40 Jahre vor den Morden an Lewin und Poeschke geschrieben. Und auch wenn Benjamin ein anderes Szenario vor Augen stand, stimmt der Satz doch auch für das Erinnern an Shlomo Lewin und Frida Poeschke.

Sie sind nicht sicher weil die Erinnerung umkämpft ist. Was der Prozess vermeintlich festgestellt hat, dass beide von einem Einzeltäter umgebracht wurden, der keine Mitwisser und keine Mittäter hatte, ist die Version, die Karl-Heinz Hoffmann dem Gericht erfolgreich verkauft hat.

Wir glauben diese Geschichte nicht. Wir erkennen die Widersprüche, die Ungereimtheiten und Zusammenhänge und wir halten diese Morde nicht für aufgeklärt. Diese Geschichte ist nicht abgeschlossen.

Das Erinnern an Lewin und Poeschke verbindet sich mit dem Gedächtnis an andere Opfer des Rechten Terrors und mit einer Kritik an der herrschenden Geschichtsschreibung, in der all diese Morde die Werke von Einzeltätern sind.

Diese Figur ist so falsch wie verhängnisvoll. Ich kenne keinen Fall, in dem man rechtens von einem Einzeltäter sprechen könnte. Die Täter haben immer Netzwerke, Kontakte, mit denen sie sich ideologisch austauschen, Ziele und Opfer bestimmen und Menschen, die für Beschaffung von Tatwaffen, Begehung der Taten oder Flucht Unterstützung leisten.

Doch diese Figur ermöglicht es, Morde wie die an Shlomo Lewin und Frida Poeschke nicht im Zusammenhang mit einem gesellschaftlich weit verbreiteten Antisemitismus und einer ebenso verbreiteten Abwehr von Erinnerung an die Verbrechen des Faschismus zu denken. Der Einzeltäter entlastet die Gesellschaft, das ist seine hauptsächliche Funktion.

Deshalb ist unser Erinnern nicht nur auf die Vergangenheit sondern ebenso auf die Gegenwart bezogen. Es will verändern, retten und eingreifen.

Vielen Dank.


Wahlkreis 190

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Martina Renner unterstützt Schulprojekt der Thüringer Zeitungen

Besuch im Bundestag

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