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Martina Renner

Schluss mit der ungleichen Bezahlung!

Noch immer erhalten Frauen weniger Lohn, nämlich 19 Prozent. Sie haben z.B. öfter als Männer Berufe, in denen die Löhne gering sind und weil sie weitaus öfter in Teilzeit oder Minijobs tätig sind. Während fast jede zweite Frau zwischen 20 und 60 Jahren in Teilzeit arbeitet, liegt der Anteil unter Männern nur bei 9 %.

Dieser Gender Pay Gap fällt dabei in Ostdeutschland mit 6% viel geringer aus als in Westdeutschland mit 20%. Der Hauptgrund für diese Lücke ist, dass Frauen einen Großteil der Care-Arbeit wie die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen übernehmen. Doch selbst bei gleicher Tätigkeit und vergleichbarer Qualifikation verdienen Frauen noch 6% weniger Geld als ihre männlichen Kollegen.

Zeigt nicht gerade die Corona-Krise, welche Jobs wirklich systemrelevant sind?

83 % der Beschäftigten in der Altenpflege, 67 % im Einzelhandel, 95 % der Erzieher:Innen sind weiblich. Doch Systemrelevanz schützt weder vor schlechter Bezahlung noch vor prekären Arbeitsverhältnissen. Berufstätige Frauen sind weitaus mehr als Männer von den wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns betroffen. Während Erwerbslosigkeit zwischen Februar 2020 und Januar 2021 bei Männern um 1,8 Prozent stieg, waren es bei Frauen 5,7 Prozent.

Wir müssen die geschlechtsspezifische Lohnlücke endlich schließen und gleiche Entgelte für Frauen und Männer durchzusetzen. Sozial- und Pflegeberufe müssen endlich angemessen bezahlt werden. Auch muss der Auskunftsanspruch im Entgelttransparenzgesetz durch ein Verbandsklagerecht ergänzt werden. Gewerkschaften müssen für ihre Mitglieder gleiche Entgelte einklagen können.