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Soziale Gerechtigkeit


Martina Renner

Equal Pay Day und die Notwendigkeit feministischer Kämpfe

Seit 2008 findet in Deutschland am 7. März der Equal Pay Day statt! Bis zu diesem Tag haben Frauen theoretisch unbezahlt gearbeitet, während Männer schon ab dem 1. Januar entlohnt werden. Andersherum gesagt: Um das Einkommen zu erzielen, welches Männer bereits am 31.12.2021 hatten, müssen Frauen bis zum Equal Pay Day des Folgejahres arbeiten.

Hintergrund ist die Geschlechterlohnlücke, der Gender Pay Gap. In Deutschland beträgt die Lücke zwischen den durchschnittlichen Brutto-Stundenlöhnen von Frauen und Männern derzeit 18 Prozent. In Westdeutschland fallen die Unterschiede mit 20% hierbei deutlich höher aus als in Ostdeutschland mit 6%. Einer der Gründe für das Zustandekommen des Wertes von 18% liegt darin, dass sogenannte "Frauenberufe" (wie bspw. Pflegerin, Erzieherin oder Kassiererin im Supermarkt) i.d.R. deutlich schlechter bezahlt sind. Beim Vergleich dieser Berufssparte mit dem spartenübergreifenden durchschnittlichen Bruttolohn der Männer liegt die Geschlechterlohnlücke sogar bei knapp 27%. Dies ist umso abwegiger, wenn man sich vor Augen führt, dass u.a. genau diese Berufe als besonders systemrelevant gelten.

Doch selbst beim Vergleich der Bruttolöhne zwischen Frauen und Männern mit den gleichen arbeitsmarktrelevanten Eigenschaften kommt man noch immer zu einer Differenz von 6%. Spätestens diese 6% zeigen den nach wie vor bestehenden strukturellen Sexismus und die Notwendigkeit feministischer Kämpfe!