Antifaschismus

Wer hat Zugang zu Sicherheitskreisen beziehungsweise Waffen?

Martina Renner
NeuNSU/AntifaschismusRechts

Beim Blick auf extrem rechte Netzwerke in den vergangenen Jahren spielen Verbindungen zu Polizei, Bundeswehr sowie Militär- und Sicherheitsfirmen immer wieder eine Rolle. Die Teilnehmer*innen des Geheimtreffens in Potsdam waren auf den ersten Blick eine Mischung aus Strategen, Türöffnern und Finanziers. Alte und neue Nazis, AfDler und CDU schmiedeten Pläne zu einer massenhaften Deportation von Menschen aus Deutschland.

Beim Blick auf extrem rechte Netzwerke in den vergangenen Jahren spielen Verbindungen zu Polizei, Bundeswehr sowie Militär- und Sicherheitsfirmen immer wieder eine Rolle. Die Teilnehmer*innen des Geheimtreffens in Potsdam waren auf den ersten Blick eine Mischung aus Strategen, Türöffnern und Finanziers. Alte und neue Nazis, AfDler und CDU schmiedeten Pläne zu einer massenhaften Deportation von Menschen aus Deutschland. Doch schon die Personalie Mario Müller hat deutlich gemacht, dass unter den Anwesenden auch Rechtsextreme mit einer gewalttätigen Vita zugegen waren. Eine weitere Person, die von Interesse sein dürfte, wenn es um die Frage geht, wer Zugang zu Sicherheitskreisen beziehungsweise Waffen haben könnte, ist der langjährig aktive Neonazi Christoph Hofer aus Ilmenau in Thüringen. Auch er nahm an dem Treffen teil und könnte durch eine Unternehmensbeteiligung Zugang zu Waffen haben. Bis mindestens 2015 war Hofer langjähriger NPD-Aktivist, beim Verein Midgard e.V., der 13 Jahre lang die extrem rechte Zeitschrift „Umwelt & Aktiv“ herausgab, war er Vorstandsmitglied und „Schriftleiter“ der Redaktion. Mittlerweile ist Hofer Geschäftsführer von fünf GmbH, drei davon in der IT-Branche. Darunter auch die Medien- und Marketing-Agentur „Zweipunkt“ mit Sitz in Ilmenau und den Tochterunternehmen Easy-Tecs und Exomium. Im September 2023 tat sich „Zweipunkt“ mit der Sicherheitstechnik-Firma ESA aus Speyer zusammen, Hofer übernahm 50% der Anteile. Gegenstand des Unternehmens sind neben Objektschutz, Überwachung und Security-Consulting auch die „bewaffnete Personenüberwachung“ sowie „Sicherheits- und Überwachungstechnik für Militär“. Damit könnte Hofer von Interesse sein, wenn es darum geht, die rassistischen Deportationspläne konkret umzusetzen.